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Hunde in Montenegro

Hunde in MontenegroDie Situation vieler Hunde in Montenegro ist verheerend. Möchte man etwas bewegen stößt man bestenfalls auf taube Ohren. Deswegen möchten wir Ihnen den Bericht der Tierhilfe Montenegro nicht vorenthalten. Auch diese Aspekte sollten -unserer Meinung nach- bei der Urlaubswahl entscheidend sein. Bevor Sie sich dem Beitrag widmen, möchten wir darauf hinweisen, dass Hunde Liebhaber, die einem Hund aus Montenegro ein zu Hause bieten möchten, sich gerne bei uns melden können. Wir versuchen Ihnen dabei zu helfen - selbstverständlich völlig kostenfrei. Näheres nach dem Beitrag.

Bericht von: Renate Heiman (Tierhilfe Montenegro)

Seit nun fast 5 Jahren war der Beginn unserer Hilfe in Montenegro. Als Urlauber sah ich das Elend der Straßentiere. Nicht nur Hunger, sondern Wunden, Krankheiten, Blut lief aus Ohren, Nase und Augen. Tiere, die nur wenige Schritte laufen konnten, die zu schwach und zu krank waren, um auf Futtersuche zu gehen. Es waren alle Altersstufen vertreten, von den weggeworfenen Welpen in den Dünen, bis zu wunderschönen grossen,älteren und alten, aber verwahrlosten Tieren.

Mein Entschluss stand fest. Hilfe muss her.

Nach meinem Urlaub bestand weiterhin der Telefonkontakt zu einer Reiseleiterin, die gut deutsch sprach und alle vorgeschlagenen Behördengänge absolvierte. Ohne Erfolg. Sie entdeckte das Tierheim in Podgorica, der Hauptstadt, was ihr auch völlig neu war. 30 überbelegte Boxen, eingesperrte Tiere und wenig Futter, davon oft verschimmeltes Brot in Wasser eingeweicht.

Hunde in MontenegroMein nächste Besuch führte mich in dieses Tierheim. Über 60% der Tiere wurden dort getötet. Ich konnte den ETN für einen Transport von 50 Tieren nach Deutschland gewinnen. Der ETN zahlte die Vorbereitungen, die Stadt die Kastrationen. Nach unendlich viel Vorbereitung und Aufwand konnten 50 Hunde mit gültigen Papieren die Reise nach Deutschland antreten. Vorbereitungszeit 7 Monate. Seitdem bin ich immer wieder im Land. Gespräche bei Bürgermeister der Stadt Budva.

Viele Versprechungen seinerseits, nichts wurde gehalten. Presse, Fernsehen waren alle sehr interessiert und berichteten über unsere Bemühungen ein staatliches Tierheim entstehen zu lassen. 4 Bauplätze waren im Gespräche, wurden besichtigt vermessen und zum Teil bereits beräumt. Immer wieder Projekte, Hoffnung und dann doch nichts. In diesem Jahr hat die Stadt Budva nach 4 jährigen Kampf unsererseits und vieler Menschen, die ihrem Unmut über die Lebensbedingungen der Straßentiere Luft gemacht haben, begonnen ein Tierheim zu bauen. Ich habe eine Organisation gegründet und es sind immer wieder neue Menschen Mitglieder geworden. Nun ist es kein ICH mehr, sondern ein WIR.

Wir bereisten nun mehrmals im Jahr das Land, nahmen viele Spenden mit, wurden an den sieben Grenzen fast immer kontrolliert und mussten ewige Gespräche über den Zweck unserer Spenden führen. Ein großer Futter-Transport für die hungernden Tiere wurde in Kroatien beschlagnahmt. Futter mitzunehmen ist problematisch, wir müssen es im Land kaufen. Wir brauchen Geldspenden. Sachspenden bekommt man nach Kontrolle ins Land. Futterspenden nicht.

Parallel dazu haben wir die "Erna-Graff-Stiftung" um den Druck von Schulungsmaterial in der Landessprache gebeten.Das war nicht so einfach, alles musste übersetzt werden. Es gab enorme Schwierigkeiten. 2 Jahre hat es gedauert, nun sind diese Schuldbücher in der Landessprache im Land und werden im Schulunterricht angewandt. Wir danken der Stiftung, die alle Kosten übernommen hatte.

In Budva, der Urlaubsregion verteilten wir in den Hotel Flyer, stellten Sammelbüchsen für den dortigen Tierschutz auf. Einige wenige Frauen helfen Svetlana in Budva, aber es ist einfach zu wenig. Das Interesse ist nicht da, niemand will ohne Bezahlung helfen. Die Zeitungen schrieben ab und zu etwas über unsere Aktionen und auch das Fernsehen brachte unsere Interviews.

Es gibt Bürger, denen die Streuner leid tun, aber es ist eben nun mal so. Resignation mehr nicht!

Obwohl es viele arme Menschen gibt, wollen diese wenn Hund, dann unbedingt einen Rassehund oder Kampfhund.

Wir schrieben an das Ministerium, den Bürgermeister von Budva und Kotor, an Behörden, Zeitungen und das Fernsehen. Niemals haben diese reagiert. Petitionen und unzählige Briefe von Urlaubern gingen dort ein. Vielleicht war auch das der Grund das Tierheim in Budva zu beginnen. Man hatte uns die Eröffnung im November 2009 versprochen. Seit Oktober wird nicht weitergebaut, das Geld fehlt und gerade jetzt wäre es so dringend nötig, der vielen Welpen wegen, die alle den Winter nicht überleben werden .

Zur Zeit konzentrieren wir uns auf das Asyl in Kotor, eines der schrecklichsten überhaupt. Tiere leben unter den unwürdigsten Bedingungen, werden kaum gefüttert, eingesperrt in winzige Käfige. Dort müssen sie ausharren, bis sie jemand dort abholt. Das ist gleich Null! Tiere leben bei jedem Wetter im Freien. Sie haben kein Dach über dem Kopf, leben im Freien, nur eine Umzäunung hindert sie an der Freiheit.

Wir haben Spenden gesammelt für eine grosse Überdachung. 300 qm gross. Die Präsidentin des Tierschutzes, eine Person, die sich selbst diesen Titel gegeben hat, hinderte die Arbeiter am Baubeginn. Sie ist es, die Anordnungen erteilt, kein Anderer. Nach der Androhung eines Polizeieinsatzes, zogen die Arbeiter wieder ab. Die Tiere hätten jetzt bereits eine Schutz vor dem zur Zeit andauernden, kaltem Regen. Es sterben sehr viele Tiere.

Viele Tiere konnten kastriert werden, ein Spender, ein Taxiunternehmer hatte dies bezahlt. Er wurde ermordet.

Wir wollten mit ihm Kontakt aufnehmen.

Unsere Bemühungen für den Bau der Überdachung gehen weiter. Im Frühjahr werden wir wieder im Land sein. Spenden werden gesammelt und Helfer gesucht. Im Frühjahr/Sommer ist geplant mit Helfern, bessere Bedingungen im Asyl zu schaffen. Altes soll durch Neues ersetzt werden.

Auf der Rückreise aus Montenegro nahmen wir immer einige vorbereitete Tiere mit nach Deutschland.

Situationsbericht über die Zustände und unsere Arbeit im Asyl Kotor / Montenegro

Hunde in Montenegro

Seit einem Jahr helfen wir den Tieren im Asyl Kotor. Das Asyl nennt sich Asyl, weil es keinen anderen Namen dafür gibt. Es ist nur eine Menge Tiere, zusammengepfercht im Nirgendwo.

Der Anfang im Hunde Asyl Kotor

Die Tiere wurden von einer Frau Vesna Vukotic, die sich selbst „Tierschutzpräsidentin“nennt, von der Strasse auf diese Müllhalde bei Kotor gebracht. Ganz sicher hat sie Mitleid mit den Straßentieren, aber so gut wie auf sich allein gestellt, konnte Futter oder ärztliche Versorgung mit wachsender Zahl der Tiere nicht gewährleistet werden. Die Stadt hat diese „Abladestellefür Tiere als gute Gelegenheit erkannt, selber dort Strassentiere hinzubringen.

Die Stadt Kotor ist der Besitzer der ehemaligen Müllhalde und beschwichtigt Kritiker seit Jahren mit den Worten, dass sie in Kürze ein Tierheim bauen wird. Die Müllhalde ist ein grosses Gelände, wo auf einem nicht mehr genutzter Teil die Hunde leben. Der Rest der Halde ist noch intakt.

Dort im Asyl lebt eine junge Frau mit Familie. Sie bekommt von der Stadt eine kleine Summe. Sie muss auf die Tiere aufpassen und wenn jemand altes Brot bringt, verfüttern.

Die „Präsidentin“ ist Rentnerin und fast täglich im Asyl. Sie ist aber selten bereit, dort mit zu helfen. Das steht ihr nicht zu. Gesäubert werden die Käfige oder das Umfeld nicht. Tote Tiere werden auf der intakten Müllhalde, einige Meter weiter, entsorgt.

Hunde in Montenegro

Es gibt einige Hundehütten und die Käfige. Viele Tiere liegen an viel zu kurzen Ketten (50cm) einige dürfen frei herum laufen, andere kommen zu Zehnt oder mehr in Käfige und andere wieder in notdürftig errichtete Gehege. Die Tiere werden wochenlang oder manchmal auch für immer auf kleinstem Raum eingesperrt.

Die Hunde werden nicht nach Geschlechtern getrennt. Sie vermehren sich. Die Welpen werden gleich von anderen Hunden gefressen, wenn man es nicht beizeiten bemerkt. Schlimmster mir bekannter Fall, eine werfende Hündin wurde mitsamt ihren Welpen während der Geburt aufgefressen.

Hunde in Montenegro

Unsere Schreiben an die Stadtverwaltung, die Bürgermeisterin blieben unbeantwortet. Ebenso die Schreiben an die Zeitung und das Regionalfernsehen in Budva. Es herrscht eine absolute Gleichgültigkeit Tieren gegenüber. Ich selbst war im vergangenen Jahr 2 x auf dieser Halde und in diesem Jahr 1x . Dafür waren andere Leute von uns mehrfach vor Ort.

Unsere Kontaktperson in Kotor ist Lubica Tracik. Sie spricht gut deutsch und ist die einzige, die von unseren Spendengeldern Futter für die Tiere besorgt und füttert. Einige Frauen helfen ihr dabei.

Die Stadtverwaltung Herr Crepulja hatte uns den Bau einer 300 qm Überdachung bewilligt.

Vor Ort im Gespräch waren Tierschützer von uns, Jasmin Catovic und Fred Schramm.

Schriftlich war nichts zu bekommen, nur die hundertprozentige Zusicherung und die Forderung von Herrn Crepulia, das Geld (6000 Euro) zu überweisen. Ohne Schriftstück haben wir das abgelehnt. Wir waren aber bereit, bei Baubeginn die erste Rate zu zahlen. Es geschah nichts.

An Lubica Tracik haben wir auf Grund eines Kostenvoranschlages der Firma TECHNO-KOOP 6.000,00 Euro überwiesen. 2000 Euro hatte die Firma bereits für den Baubeginn bekommen. Die Dokumente wurden unterzeichnet und stehen auf der HP. Diese Firma wurde uns von einer befreundeten Architektin Svetlana Novakovic aus Budva empfohlen. Der Bautermin war Anfang Dezember festgelegt. Die Bauarbeiter waren vor Ort.

Die „Präsidentin“ war im Asyl anwesend und schickte die Bauleute mit Androhung der Polizei wieder weg. Sie ist eine dominante, uneinsichtige Person. Sie empfand es als störend, dass nicht sie das Geld in die Hand bekommen habe. Sie wollte die Anweisungen geben, nicht andere. Aktionen scheitern am Egoismus und der Selbstdarstellung einiger Menschen vor Ort. Die Arbeiter zogen wieder ab. Nichts geschah .

Hunde in Montenegro

Lubica versucht die Welpen aus dem Asyl zu retten. Sie nimmt sie mit nach Hause, gegen den Willen ihres Mannes. Ihr Haus ist klein und dort sind schon 6 Hunde 40 Katzen und 10 Welpen. Das Fernsehen war bereits mit Svetlana, der Architektin vor Ort. Unsere Aktionen beinhalteten mehrere Schreiben an das Ministerium für Toristimus und den Minister für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, die Konsulate in Berlin und in Podgorica, verschiedene Reiseunternehmen (TUI, Neckermann... und Internetreisebüros) Versuche bei Wikipedia dem Tierschutz generell einen Platz einzuräumen, sind noch im Gange, bzw. aufgeschoben

Schreiben an die Bürgermeisterin und die Stadtverwaltung Abt. Kommunales Herr Crepulia. 2000 Schulbücher zum Tierschutz „Walk the dog! - Das Schulprojekt zu Mensch und Tier“ wurden in die Landessprache übersetzt und von der „Erna-Graff-Stiftung“ gedruckt und uns kostenlos zur Verfügung gestellt

Seit Juli 09 bis 12.12.09 wurden von uns 11.165,00 für Futter und Medikamente (Arztkosten) überwiesen. Das Geld wurde zu 2/3 für die Tiere in Kotor, Welpen bei Lubica und zu 1/3 für Futter der Strassentiere in Budva verwendet. Nicht eingerechnet sind unsere Reisekosten, Mitnahme von Medikamenten, Spenden und die Arztkosten hier in Deutschland. Am 15. Dez. 09 konnten wir wieder 300 Euro für Futterkosten überweisen.

Mehr ist nicht zu schaffen.

Renate Heiman

Die Redaktion dankt Frau Heimann für diesem Beitrag. Auch wir haben uns auf dem Asyl in Kotor im Herbst 2009 umgeschaut und ähnliche Bilder gesehen. Der Pförtner der Müllhalde wollte uns zunächst nicht passieren lassen, gab aber letztendlich nach. Die Helferin vor Ort wirkte wie ein Häufchen Elend auf uns, sich wohl ihrer Hilflosigkeit bewusst.

Kotor, wie auch Tivat, wo das Tierasyl geografisch liegt, ist ausgesprochen reich. Kotor als Weltkulturerbe wird täglich von großen Passagierschiffen angefahren und in Tivat, fließt außerordentlich viel "russisches Geld", siehe Projekt.

Man schert sich in Montenegro hauptsächlich um Rasse- und Kampfhunde. Letztere hängen in Nobelresidenzen schon mal an goldenen Ketten oder werden auf kostbarem Pelz gebettet. Während man(n) nach Straßenhunden eher mit Steinen wirft, was der jugendliche Nachwuchs mit großem Eifer nachahmt.

Auch wir baten um Stellungnahme - erfolglos.

Wenn Sie sich für Tiere in Montenegro engagieren möchten können Sie sich an Frau Heiman direkt wenden oder über uns.

Renate Heimann
Grünauer Allee 45
04209 Leipzig

Tel./Fax: 0341-4223067 und 034297-13517

 

 


Tierhilfe Montenegro

Tierhilfe Montenegro Wir möchten Hundefreunde auf die Situation in Montenegro hinweisen und bitten Sie den Bericht der Tierhilfe Montenegro zu lesen: Hunde in Montenegro